Historisches


Man erzählt sich noch heute in Güntersleben die Mär, dass der Ort einmal von plündernden Soldaten überfallen worden ist, die alle Bewohner vertrieben haben.

Nur ein kleines Kind war zurückgeblieben. Als es der Einsamkeit gewahr wurde, fing es an zu schreien und zu weinen. Ein Soldat, der des Weges kam, hörte das weinende Kind, rannte schnell ins Haus und fand in der Wiege das strampelnde Knäblein. Von Mitleid erfasst, wusste er nur noch zu sagen:  " I günn dir's Leben! " Woraus dann der Name Güntersleben entstanden sein soll.       

 

Volksblatt 14.09.1963


Laut dem „Lexikon fränkischer Ortsnamen“ von Wolf-Arnim von Reitzenstein leitet sich der Ortsname von Güntersleben aus dem Personennamen „Gunder“ und dem althochdeutschen Wort „leiba“ ab, das Hinterlassenschaft bedeutet. Eine mögliche Deutung des Ortsnamens nach Reitzenstein wäre demnach „Gunders Erbe“.


Günterschläwe beim Eintritt in das 20. Jahrhundert:

 

Ein kleines Dorf mit wenig mehr als 1000 Einwohnern und vorwiegend kleinbäuerlicher Struktur.

Die Verbindungen zur Außenwelt sind noch höchst unzulänglich, Einflüsse von außen begrenzt. Bestimmend und Richtung weisend für den Weg des Dorfes und das Leben im Dorf sind die Erfahrungen der eigenen Geschichte und das örtliche Herkommen. Familienverbände, die meist über viele Generationen ihre Wurzeln im Ort haben sind die Grundlage der Dorfgemeinschaft. Wer ihr zugehört, findet hier Heimat, Halt und Geborgenheit, spürt aber auch die oft engen Grenzen für die Entfaltung der eigenen Möglichkeiten.

 

Günterschläwe am Ausgang des 20. Jahrhunderts:

 

Eine Gemeinde mit über 4000 Einwohnern, die sich in ihrer inneren Struktur und ihrem Erscheinungsbild erheblich verändert und nach außen geöffnet hat. Mit der Verbreitung der Nachrichtentechnik und dem Ausbau der Verkehrsverbindungen hat das Dorf den Anschluß an die allgemeine Entwicklung gefunden, nimmt teil am Fortschritt, aber auch an den Rückschlägen und Katastrophen des Jahrhunderts. Nicht mehr Abstammung und Herkunft sind das verbindende Element der Dorfgemeinschaft, sondern das gemeinsame Interesse und die Bereitschaft, die Gemeinde als das nächste Lebensumfeld mitzugestalten.

 

 

Niedergeschrieben von Bürgermeister Dr. Josef Ziegler am 10.10.2000


Diese Bild zeigt einen Blick auf unser Dorf ca. 1960

Mit freundlicher Genehmigung der Fotofreunde Güntersleben

 


Plan der Flurlagen in Güntersleben